Landkreis Meißen führt die Knotenpunktwegweisung flächendeckend ein
Der Landkreis Meißen setzt als erster sächsischer Landkreis die Knotenpunktwegweisung flächendeckend um. Damit verbessert er die Orientierung für Radtourist:innen deutlich. Der ADFC Sachsen begrüßt diesen wichtigen Schritt ausdrücklich.

Mit Beginn des Jahres 2026 hat der Landkreis die vorbereitenden Maßnahmen zur Installation der Knotenpunktwegweisung gestartet. Auf Grundlage der Radverkehrskonzeption wurde im Sommer 2025 die öffentliche Ausschreibung abgeschlossen. Die Arbeiten zur Herstellung und Montage der Schilder laufen aktuell in den einzelnen Gemeinden und sollen bis zum Sommer 2026 weitgehend abgeschlossen sein. Insgesamt sind rund 1.600 Beschilderungsstandorte entlang von etwa 1.222 Kilometern Radnetz geplant, darunter über 330 neue Pfosten. Im Masterplan Tourismus hat sich der Freistaat hat sich die Verbesserung der radtouristischen Qualität und die Etablierung als Fahrraddestination auf die Fahne geschrieben. Mit der Einführung der Knotenpunktwegweisung ist der Landkreis Meißen für die Verbesserung des Radtourismus ein wichtiger Vorreiter in Sachsen.
Was bedeutet Knotenpunktwegweisung?
Die Knotenpunktwegweisung ist ein nummeriertes Orientierungssystem, bei dem Radfahrende an Kreuzungen („Knotenpunkten“) anhand von klar erkennbaren Nummern und Richtungsangaben navigieren können. Dieses System ergänzt die traditionelle Zielwegweisung und ermöglicht es, Touren nach dem Prinzip „Radeln nach Zahlen“ zusammenzustellen und vor Ort flexibel zu fahren. Für radtouristische Regionen bedeutet das mehr Individualität bei der Tourenplanung, eine bessere Orientierung auch in unbekanntem Terrain sowie eine stärkere Vernetzung von Routen und Orten.
Gerade für Gäste, die nicht routiniert in der Region unterwegs sind, vereinfacht dieses System die Orientierung erheblich und kann einen echten Mehrwert im Radurlaub darstellen. Die Übersichtstafeln an den Knotenpunkten bieten zudem eine ständige visuelle Orientierung über das umliegende Netz.
Ein Signal für Sachsen
Der ADFC Sachsen setzt sich seit Jahren dafür ein, dass die Knotenpunktwegweisung – wie im benachbarten Brandenburg – nicht nur in stückweise, sondern im gesamten Freistaat Sachsen eingeführt wird. Bereits in der Vergangenheit hat der Verband gemeinsam mit dem SMWKT Fachworkshops organisiert und Regionen zur Knotenpunktwegweisung beraten. Erste Knotenpunkte existieren in Sachsen schon heute, und das Interesse vonseiten des Tourismus an einer Ausweitung ist groß.
Die Knotenpunktwegweisung ist eine ideale Ergänzung zur Zielwegweisung für den Radtourismus. Der Landkreis Meißen ist damit im Freistaat ein wichtiger Vorreiter bei der Wegweisung. Wir laden weitere Regionen ein, diesem guten Beispiel zu folgen.
Janine Häser, ADFC-Referentin für Radtourismus in Sachsen
Mit dem Vorstoß des Landkreises Meißen wird nun erstmals ein flächendeckendes System in einem sächsischen Landkreis umgesetzt – ein wichtiger Test für die Ausweitung auf ganz Sachsen. Der Landkreis Meißen zeigt, dass innovative Lösungen für den Radverkehr auch in Sachsen möglich sind.
Warum das wichtig ist
Aus Sicht des ADFC Sachsen ist die Knotenpunktwegweisung nicht nur ein touristisches Werkzeug, sondern ein Baustein für eine moderne Radverkehrsinfrastruktur. Sie:
- erleichtert die Orientierung für Freizeit- und Alltagsradler:innen,
- stärkt den Radtourismus und damit lokale Wirtschaftszweige,
- verbindet Regionen und macht das Radwegenetz attraktiver,
- und trägt zu einem positiven Gesamterlebnis auf dem Rad bei.
Die flächendeckende Einführung im Landkreis Meißen ist ein deutliches Signal an andere Kommunen und an die Landespolitik, diesen Weg weiter zu verfolgen und zu unterstützen.
Blick nach vorn
Für den ADFC Sachsen bleibt es wichtig, dass weitere Landkreise dem Beispiel folgen und dass der Freistaat Sachsen die Rahmenbedingungen schafft, um die Knotenpunktwegweisung systematisch weiterzuentwickeln. Mit Blick auf einen qualitativ hochwertigen und nutzerfreundlichen Radverkehr im Freistaat muss dieser Erfolg nun ein Startpunkt sein, nicht das Ende der Entwicklung.
Unterstütze Isabells Arbeit für das RadLandSachsen